Taurus KEPD 350 (Marschflugkörper)

 

TAURUS KEPD 350 ist ein Luft-Boden-Marschflugkörper für große Distanzen. Der Name ist eine Abkürzung für Target Adaptive Unitary and Dispenser Robotic Ubiquity System / Kinetic Energy Penetrator and Destroyer. Der Marschflugkörper ist das deutsch-schwedische Gegenstück zur britisch-französischen Storm Shadow.

 

Entwicklung

Der Marschflugkörper Taurus KEPD 350 wurde von der deutsch-schwedischen Taurus Systems GmbH (TSG), die sich 1998 gründete, entwickelt. Die Shareholder der TSG sind LFK-Lenkflugkörpersysteme GmbH (MBDA Deutschland) mit 67% und Saab Bofors Dynamics AB (SBD) mit 33% Anteil. Die relativ kurze Entwicklungszeit begann 1998 und endete im März 2004. Das Projekt befindet sich in der Serienproduktion.

Der Erstflug einer Vorentwicklung, welche von LFK-Lenkflugkörpersysteme GmbH (seinerzeit Teil von DASA) stammte, gekoppelt an einem Tornado IDS und ohne Abwurf, fand im Dezember 1996 statt. Im Oktober 1999 folgte der erste Selbstflug, von Taurus Systems GmbH durchgeführt, in Nordschweden. Im September 2000 wurde das System in mehreren Flügen in Südafrika erprobt. Ein weiterer Flugtest

 

fand Ende 2004, wiederum gekoppelt an einen Tornado, in Südafrika statt. Die Bundeswehr bestellte 2005 600 Flugkörper zum Gesamtpreis von 570 Mio. Euro. Die Endtests sind inzwischen abgeschlossen und die Produktion aufgenommen. Am 8. November 2005 hat Taurus KEPD 350 seine Präzision in Arniston, Südafrika bewiesen. Die Bundeswehr war sehr zufrieden mit den Tests, da Taurus seine Ziele (z.B. eine Brücke) zentimetergenau traf.

 

Technik

Der modulare Abstandslenkflugkörper Taurus KEPD 350 ist ein Luft-Boden-Lenkflugkörper mit einer Reichweite von mehr als 350 Kilometern. Er wurde entwickelt für den deutschen Tornado. Weiterhin kann er an der F/A-18 Hornet und dem Eurofighter EF 2000 Typhoon (max. zwei Stück pro Maschine) adaptiert werden. Der 5,1 Meter lange Flugkörper besitzt Stealth-Eigenschaften und wird durch ein eigenes Triebwerk auf eine Marschgeschwindigkeit von Mach 0,8 - 0,9 beschleunigt. Die Navigation erfolgt über ein integriertes INS/GPS/TRN/IR-System. Neben einem Radarhöhenmesser wird für den Missionsflug auch ein bilddarstellendes Infrarotsuchsystem eingesetzt. Dieses wird zum Abgleich vorher ausgewählter Wegpunkte mit dem überflogenem Gelände benutzt. Der Infrarotsucher wird des Weiteren zur Feinkorrektur des Endanfluges auf das Ziel verwendet.

 

Eine durchschlagende Wirkung von mehreren Metern Stahlbeton hat der Marschflugkörper durch seinen Doppelladungssprengkopf "Mephisto". Dieser 499 kg schwere Gefechtskopf besitzt eine Vorladung, die ein Loch in die Panzerung des Ziels sprengen soll, durch welches der Penetrator mit mehr als 250 m/s (900 km/h) eindringen kann. Der Penetrator selbst hat einen vorprogrammierten, semi-intelligenten Zündmechanismus, der bereits zerstörte Gebiete der Struktur erkennt, Stockwerke zählen kann und die Ladung auf der voreingestellten Ebene zur Explosion bringt. Mehrere Endanflugprofile, vom flachen Überflug mit Explosion und Splitterwirkung in der Luft über weichen Zielen, bis hin zum steilen Anflug auf unterirdische Bunker sind wählbar.

 

Technische Daten

Länge:

5,10 m

Breite:

1,08 m

Höhe:

0,80 m

Spannweite:

2,06 m

Gewicht:

1360 kg (betankt)

Geschwindigkeit:

Mach 0,95 (1164 km/h)

Antrieb:

Williams P8300-15 Turbofan-Triebwerk

Navigation:

 

INS / GPS / Terrain Referenced Navigation

Image Based Navigation (mit IR-Suchkopf)

Endphasenlenkung:

IR-Sucher

Reichweite:

>350 km

Bestellungen

 Deutschland: 600

 Spanien: 43

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Folgende Flugzeugtypen können

den Taurus einsetzen:

Panavia Tornado GR4/IDS

Eurofighter EF2000/Typhoon

F/A-18 Hornet

Saab JAS 39 Gripen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weblink: http://www.waffenhq.de/flugzeuge/taurus.html