
Einen "Palazzo" für die Eurofighter?
Dr. Peter Pilz gelingt es wieder einen Millionen-Skandal
zu wittern.
So erfolglos der
Eurofighter-Untersuchungsausschuss auch war und eine Menge Geld gekostet hat, so
wittert er abermals Ungereimtheiten beim Ausbau des Militärflughafens Zeltweg und
bei den Ersatzteilkosten. Da bei den Luftstreitkräften nichts zu finden war,
sind seine nächsten Opfer die Bauaufsicht und die Firma Eurofighter. Auf seiner
Homepage sind seine "Anklagepunkte" zu lesen und gotech.at hat die
Antworten dazu.
Auf der Homepage von Peter Pilz
http://www.peterpilz.at/html/index.php?seiten=tageb.php
DONNERSTAG, 14.
MAI 2009
Der Verteidigungsminister hat
mir gestern auf meine Fragen eine zweite Mitteilung
gemacht: "Ja, bei den Ersatzteilen gibt es ein
Problem. Die Firma glaubt, überhöhte Preise
verrechnen zu können. Aber wir sind ihnen
draufgekommen und werden das abstellen." Auf
meine Frage nach der Firma antwortet der Minister:
"Die Eurofighter GmbH, die verrechnen da
Phantasiepreise."
Es geht um unscheinbare Dinge wie Dichtungen,
Spezialschrauben, Muttern, Beilagen und ähnliches.
Eurofighter hat die Erfahrung gemacht, dass man dem
Verteidigungsministerium gebrauchte Flugzeuge der
Tranche 1 zum Neuwert andrehen kann. Jetzt versucht
es die Firma bei den Ersatzteilen.
Daher müssen wir jetzt drei Fragen klären: |
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1. Für welche Ersatzteile verrechnet die Eurofighter
GmbH wie weit überhöhte Preise?
2. Wie viel davon ist bereits bezahlt worden und wie
hoch ist der Schaden?
3. Stimmt es, dass bestimmte Ersatzteile der
auslaufenden Tranche 1 in Zukunft gar nicht
beschaffbar sein werden?
Darabos hat sich gegen alle Argumente entschieden,
im Eurofighter-Geschäft zu bleiben. Ich bin
gespannt, wohin er jetzt seine Verantwortung
schiebt.
Palazzo. Im Palazzo Hinterstoisser in
Zeltweg, wo mit dem Geld des
Verteidigungsministeriums auch heuer wieder die "Airpower"
veranstaltet wird, geht es hoch her. Die Bauherren,
die hier in Zeltweg 160 Millionen Euro verprasst
haben, wissen seit gestern, dass sie sich dafür
verantworten müssen.
Der Vergleich macht unsicher. Der Neubau der
"Musterkaserne Güssing", die gleich zwei Kasernen in
Oberwart und Pinkafeld ersetzen und vier Bataillone
beherbergen soll, kostet 40 Millionen Euro. Der
Umbau in Zeltweg kostet gleich viel wie der Neubau
von vier modernen Kasernen. Das versteht nicht
einmal der Minister.
Bis vor kurzem hat die österreichische
Luftraumüberwachung mit F 5 zufriedenstellend
funktioniert. Für den Eurofighter müssen 77,8
Millionen investiert werden, damit er dort starten
und landen kann, wo die F 5 bis heute keine Probleme
hat. Ein Luxusflugzeug braucht eine
Luxus-Infrastruktur.
Aber wohin sind die restlichen 82,2 Millionen
geflossen? Wer hat sich hier die Nase vergolden
lassen?
Gestern konnte der Minister dazu im Budgetausschuss
noch nichts im detail sagen. Aber der Ausschuss hat
eines bewirkt: Eine Untersuchungskommission des
Ministers geht auf Luxus-Forschung. Das wird aber zu
wenig sein. Auch der gestrige Tag hat gezeigt, dass
letztlich nur die parlamentarische Kontrolle
funktioniert.
Nächste Woche will ich mir in Zeltweg selbst ein
Bild machen. Ich habe heute das Kabinett des
Ministers ersucht, mir einen Besuch für Montag zu
genehmigen. Als Mitglied des
Landesverteidigungsausschusses und des Nationalen
Sicherheitsrats habe ich das Recht, mich ausreichend
zu informieren.
Wenn der Minister nichts zu verbergen hat, wird er
den Besuch genehmigen. |
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Einige Fragen von Peter Pilz kann
gotech.at leicht beantworten.
Frage 1:
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Durch einen Schreib-. bzw.
Computerfehler sind die Kommastellen um 2 Stellen nach
rechts gerückt. Die Optik war natürlich nicht gut,
aber Fachleuten fällt so ein
Fehler gleich auf. Sie würden auch gleich merken, dass zB.
der Preis von 1 Liter Diesel nicht 96,9 € kosten kann,
sondern 0,969€.
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Frage 2:
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In so einem Fall überprüft das
Heer von selbst, ob überhöhte/falsche Beträge bezahlt
wurden. Das Geld fehlt nicht dem Steuerzahler sondern der
Militärluftfahrt, da das Militärbudget für diese
"Preiserhöhung" nicht angehoben wird.
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Frage 3:
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Diese Frage ist wohl die
Lustigste! Auf Druck der Grünen und SPÖ wollte man aus dem
Eurofightervertrag aussteigen. Als man sah, das dass nicht
möglich war, reduzierte der Herr Verteidigungsminister die
Stückzahl von 18 auf 15 Maschinen. Um der Partei und der
Bevölkerung zu gefallen, wurden in mangelnder Fachkenntnis 6
Maschinen auf die Trance 1 reduziert und sind dabei noch
gebraucht (Darabosdeal).
Dass für die alten Modelle
keine Ersatzteile produziert werden, wussten alle Fachleute.
Darum war auch der Alleingang vom Herrn Minister Darabos
falsch. Die unbedeutende Kostenreduktion gegenüber den
notwendigen Modifikationen für die heutigen Ersatzteile,
wird die eingesparte Summe weit übertreffen. Es ist dabei
fraglich, ob diese Modifikationen in Österreich durchgeführt
werden können. Nach dem geschätzten Aufwand werden die
Maschinen ins Werk zurückkehren müssen. Während dieser Zeit
fehlen diese Flugzeuge und mit erhöhtem Wartungsaufwand für
die verbleibenden Maschinen ist zu rechnen, da es deswegen
nicht weniger Einsätze geben wird. |
Weiters möchte gotech.at bemerken:
1.
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Die Kosten einer
"Musterkaserne Güssing" sind mit einem Fliegerhorst, der noch aus
dem 2. Weltkrieg stammt und auf den heutigen Stand gebracht
werden muss, überhaupt nicht zu vergleichen. Sie
vergleichen Mücken mit Elefanten.
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2.
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Vom Palazzo Hinterstoisser
kann überhaupt nicht die Rede sein. So gab es noch einige
Holzhütten und Bauten aus den 40er und 50er Jahren die
endlich geschliffen wurden. Auch Flugzeughangars, die
teilweise aus Holz waren, gehören ebenfalls weg. Es ist nur
gelungen die Fliegerwerft zu erneuern.
Wenn Jahrzehnte lang nichts
investiert wird, geht auch ein Fliegerhorst den "Bach
runter".
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3.
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Ihr
Eurofighter-Untersuchungsausschuss hat einige Millionen gekostet
und nichts gebracht.
Um dieses Geld wären etliche "unscheinbare
Dinge wie Dichtungen, Spezialschrauben, Muttern, Beilagen
und ähnliches" als Ersatzteile zu bekommen gewesen.
Auch die von ihnen zitierten Freifahrten mit den Wiener
Öffis (Zeitung HEUTE vom 14.5.2009) wären noch dabei
gewesen.
Ach ja, der Airchief wurde
supendiert. Ein verdienter Österreicher und Weltmeister mit
vielen
Auszeichnungen, dem bis heute
nichts vorzuwerfen ist. |
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